Bewegung als Weg zur Sicherheit
Bewegungserziehung
Bewegung hat für den ganzheitlichen Entwicklungsprozess des Kindes, für seine
individuelle, harmonische Persönlichkeitsentfaltung, eine ganz fundamentale Bedeutung. Sie ist ein grundlegendes Mittel zum gefühlsmäßigen Erleben, zur Verständigung, Einordnung des Einzelnen in die Gemeinschaft und Erkenntnisgewinnung.
In keiner anderen Lebensphase ist Bewegung so wichtig, wie in der frühen Kindheit!
Wenn Kinder selbst etwas tun können und nicht nur konsumieren, wächst ihr Selbstwertgefühl, ihr Selbstbewusstsein und ihre Lebensfreude.
Kinder leben ganzheitlich, sie nehmen mit allen Sinnen, mit ihrem ganzen Körper wahr, und verarbeiten das Erlebte auch ganzheitlich. So steht der Bewegungsdrang des Kindes immer in Zusammenhang mit Neugier, Experimentier- und Entdeckungsfreude und der Verarbeitung unterschiedlichster Reize. Indem es nicht nur kognitiv und emotional, sondern auch physisch erfährt und Erfahrenes umsetzt, erlebt und entwickelt sich das Kind als wirkliche Einheit von Körper, Seele und Geist. Bewegung heißt "Fort-Schritt" für die gesamte Entwicklung des Kindes. Je abwechslungsreicher Kinder ihr Spiel gestalten können, desto mehr fördert es ihre Entwicklung. Dazu benötigen sie jedoch weniger die organisierte Spielgelegenheit, sondern Raum, der eigenverantwortliches Handeln möglich macht. Sie benötigen Freiraum für eigene Entdeckungen und Erkundungen, Nischen und Ecken, die sie selbst nach ihren Vorstellungen gestalten können.
So ist das Sich-Bewegen ein wichtiger Teil der kindlichen Erlebniswelt, ein existenzielles Bedürfnis, das zur Entfaltung zwingend notwendig ist.
Kommt es zu einer Vernachlässigung der Bewegungserziehung, führt das zu einer Unterdrückung der kindlichen Bedürfnisse und zu motorischen Defiziten und hat nachhaltige Folgen für die Entwicklung der Persönlichkeit eines Kindes!
Eine eingeschränkte Bewegungserfahrung behindert körperliches Wohlbefinden und Gesundheit, soziale Integration, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und geistige Erkenntnisgewinnung.
Dabei ist Bewegung für die Kleinen das Natürlichste der Welt - vorausgesetzt, sie werden von uns Erwachsenen nicht davon abgehalten.
Immer wenn Bewegung und Berührung mit anderen Sinnen kombiniert werden, wird ein größerer Teil des Gehirns aktiviert.
Wie werden nun die einzelnen Sinnesreize im Großhirn gespeichert?
Welche Gehirnhälften übernehmen nun folgende Aufgaben?
GROSSHIRN | ||||||
Nervenstrang / Balken | ||||||
Linke Gehirnhälfte | Rechte Gehirnhälfte | |||||
sieht Lachfalten, Nase usw. | erfasst ganzheitlich = | |||||
z.B. freundliches Gesicht | ||||||
denkt zielgerichtet, z.B. verknüpft | setzt Buchstaben zum ganzen Wort | |||||
Wörter nach grammatikalischen | zusammen | |||||
Regeln zu Sätzen | ||||||
Man braucht beide Gehirnhälften zum Lesen lernen | ||||||
zerlegt in Einzelheiten | denkt in Bildern | |||||
Logik | denkt spontan, gefühlsmäßig | |||||
kreativ, fantasievoll | ||||||
organisiert | liebt den Zufall und das Neue | |||||
entwickelt das Körperbewusstsein | ||||||
Zuständig für die rechte | Zuständig für die linke | |||||
Körperhälfte | Körperhälfte | |||||
Schaltstelle als Verbindung für beide Hälften | ||||||
Ziele der Bewegungserziehung
Bewegung:
Ø sichert die Erweiterung vielfältiger sensomotorischer (Wahrnehmungs- und Bewegungs-) Erfahrungen
Ø fördert die Grob- und Feinmotorik
Ø ermöglicht gefühlsmäßiges Erleben
Ø fördert und unterstützt geistige Prozesse
Ø fördert das Sozialverhalten wie Kooperations-, Regel- und Kontaktverhalten
Ø ermöglicht ökologische Erfahrungen
Ø schult die Sinne
Ø entfaltet die Persönlichkeit
Ø ermöglicht die Auseinandersetzung mit den Dingen seiner Mit- und Umwelt
Ø gibt Sicherheit, Selbstständigkeit und Selbstvertrauen
Ø schult Konzentration und Ausdauer
Ø erweitert den Erfahrungsschatzes
Ø schafft vielfältige Kompetenzen
Ø fördert die Geschicklichkeit
Ø fördert das individuelle Leistungsniveau
Ø fördert die Körpererfahrung, das Körperbewusstsein, die Sensibilisierung
Ø ermöglicht Selbststeuerung und Selbstkontrolle
Um ihren Bewegungsdrang ausleben zu können, bieten wir den Kindern:
Ø Entscheidungsfreiräume, um vielfältige Bewegungserfahrungen zu sammeln
z.B.: Garten, Bewegungsraum, Kletterwände, Hängematten,
Ø persönliche Zuwendung und gemeinsames Bewegen und Spielen von Kindern und Erziehenden
Ø Entdecken, Erfahren und Erleben verschiedener Bewegungsabläufen (Purzelbaum, Brücke, Kerze........)
Ø vielfältige Materialien und Geräte wie Bälle, Reifen, Roller, Kartons, Decken, Schaufeln, Eimer...
Durch Bereitstellen kindgerechter Handlungsmöglichkeiten wird die Bewegungsfreude geweckt.
Ø Bewegungsaktivitäten in natürlichen Räumen, wie Klettern im Wald während der Waldwoche,
Wandern und Erforschen von Wiesen. Dadurch entwickelt sich das Bewusstsein für Pflanzen und Tiere
Ø Erfahrungen wichtiger klimatischer Reize bei Aktivitäten im Freien
Ø das Erleben von Bewegung in der Gemeinschaft
Kinder wollen sich bewegen,
Kindern macht Bewegung Spaß,
weil sie so die Welt erleben,
Menschen, Tiere, Blumen, Gras.
Kinder wollen laufen, springen,
kullern, klettern und sich dreh´n,
wollen tanzen, lärmen, singen,
mutig mal ganz oben steh´n,
ihren Körper so entdecken
und ihm immer mehr vertrau´n,
wollen tasten, riechen, schmecken
und entdecken, hören, schau´n,
fühlen, wach mit allen Sinnen
innere Bewegung – Glück.
Lasst die Kinder dies gewinnen
Und erleben Stück für Stück
(Katrin Schaffner)
In unserem "ABENTEUERLAND" haben die Kinder genügend Zeit und Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang auszuleben!
Das lohnt sich, denn Kinder werden durch Bewegung:
klug,
stark,
sinnlich,
sozial,
ausgeglichen,
gut gelaunt,
sicher,
harmonisch,
glücklich.
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