Aus dem Internetauftritt der Gemeinde Elsenfeld
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„Man versteht mit Mathematik die Realität besser und genauer.
Wer Mathematik und Rechnen beherrscht, hat eine präzisere
und komplexere Wahrnehmung der Wirklichkeit“
Gert Mittring,
Diplominformatiker    Focus 8/2005 S.134
     
Mathematische Bildung
 
Neue Untersuchungen haben bewiesen, dass das abstrakt- logische Denken laut Piaget (Schweizer Psychologe) nicht erst ab dem zwölften Lebensjahr beginnt, sondern bereits vor Schuleintritt. Denn Mathematik in den ersten Lebensjahren ist nicht eine einfachere Version der Mathematik, die Kinder später lernen werden. Vielmehr vermittelt mathematische Bildung im Kindergarten grundlegende Konzepte, die den Schlüssel zum Verstehen von formaleren und abstrakteren Ideen bildet.
 
Deshalb müssen Kinder, Mädchen wie Jungen, den Nutzen von Mathematik in ihrem Lebensalltag erfahren, da sie ständig mit Formen, Farben und Zahlen in irgendeiner Form beschäftigt sind und sich dadurch bereits früh dafür interessieren.
So leistet mathematische Bildung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des heranwachsenden Gehirns. Das Gehirn ist lediglich in seiner Grundausstattung durch das Erbgut festgelegt. Seine Entwicklung braucht von Geburt an die ständige und aktive Wechselwirkung mit der Umwelt.
 
Da Kinder im Vorschulalter ganzheitlich wahrnehmen, muss diese Wechselwirkung, auch in der Mathematik, mit seiner „ganzen Person“ mit Sehen, Hören und Anfassen, mit Sprechen und Bewegen, mit Denken und Phantasie, mit Freude und Neugier stattfinden.
Der Grundgedanke dabei ist das Spiel, bei dem sie Abstraktionsvermögen, Differenzieren und logisches Denken erlernen, was ein Leben lang in hohem Maße wichtig bleibt und auf weitere Ausbildung wartet.
 
Nur durch selbstständiges Tun und Ausprobieren ist ein langfristiger Lernerfolg möglich. Bsp: Wenn das Kind nicht konkret erleben kann, dass Teile ineinander passen und ein neues geometrisches Gebilde ergeben, kann es in dieser Richtung auch keine Vorstellung entwickeln.
 
 
  
 
 
Mathematik ist die Kunst, Probleme zu finden, die man lösen kann.
                                                                                                     Alice Keller
 
 
 
 
Ziele der mathematischen Bildung:
 
Ø an realen und alltäglichen Beispielen lernt das Kind die Fähigkeit des Zusammenfassens, des Differenzierens und die Abstraktion der Mathematik
Ø es erfährt, dass die Welt mit Hilfe von Zahlen und geometrischen Figuren genauer wahrgenommen und beschrieben werden kann
Ø das Kind erlebt die Mathematik mit guten Gefühlen, indem es als „ganze“ Person seine individuellen Begabungen entwickelt und somit konkrete Lösungen selber herausfindet
Ø seine Wahrnehmung (Sehen, Hören, Tasten), Feinmotorik, Koordinationsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit werden gefördert
Ø sinnliches Erfahren verschiedener Raumlage- Positionen in Bezug auf den eigenen Körper, indem das Kind verschiedene Bewegungsabläufe selbst ausprobiert und somit die Konsequenz erlebt
Ø Gedächtnisübungen, Erprobung von Verstand und Fantasie werden durch verschiedene Aufgabenstellungen geschult
Ø Kennenlernen einfacher Beispiele und Begriffe zum Rechnen
Ø Entwickeln von Flexibilität beim Nachdenken über Zahlen, anhand von sinnlichem Erfahren der Zahlen 1- 10, durch verschiedene Spiele und Situationen
Ø Kennenlernen der Begriffe lang, kurz, gerade, schräg, schief, oben, unten, vorn, hinten usw.
Ø sinnliches Erfahren geometrischer Figuren ( Kugel, Würfel, Quader, Quadrat, Rechteck, Trapez, Drei- Fünf- und Sechseck)
Ø Herstellen und Erkennen verschiedener Muster (Muster nachlegen, Reihen fortsetzen, dabei Fehler suchen und finden)
Ø Erfahren von abstrakten Dingen, wie die Zeit wahrnehmen durch den gesamten Tagesablauf, Abwiegen von Gegenständen, Messen von Längen, Schütten und Gießen, der Umgang mit Geld
Ø verschiedene Mengen erfassen und dabei die Begriffe wenig, viel, mehr, usw. kennenlernen
 
 
 
Aus allem findet die Förderung von sozialer, emotionaler, sprachlicher und kognitiver Fähigkeit statt. Die Kinder lernen, das Erlebte miteinander auszuprobieren und auszudrücken.
 
 
Um unseren Kindern mathematische Bildung zu vermitteln, bieten wir ihnen:
 
1. im Kindergartenalltag:
Ø Bereitstellen von Konstruktionsmaterial (Lego, Bauklötze, Kugelbahn, Murmeln usw.)
Ø Legespiele (Perlen auffädeln, Sechseck auffüllen, Mandalas mit versch. Materialien legen)
Ø Gesellschaftsspiele (Würfelspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“, „Memory“, „Make´n Brake“, „Differix“, Puzzle)
Ø Kaufladen und Puppenecke (z.B. Tisch decken)
Ø Kletterwände im Turnraum
Ø Balanciermaterial im großen Foyer
Ø Außengelände mit sämtlichen Raum- Lage- Erfahrungen
Ø wissenschaftliche Experimente mit Naturmaterialien
Pflanzenwelt (Blätterformen), Tierwelt (Tierbeine), Steine (eckig, rund)
Ø Arbeitsblätter über Zahlen und Formen
Ø Abzählreime, Geschichten, Fingerspiele und Lieder
Ø Bastelaktivitäten mit verschiedenen Materialien, Formen, Farben und Experimenten
Ø häusliche Beschäftigungen (Reihenfolge, wie viel brauche ich, Abwiegen und Abzählen)
Ø Ballspiele
 
 
2. Das Entenland:
Mit unserem Projekt „Entdeckungen im Entenland“ orientieren wir uns am Lernwillen und an der Lernfähigkeit der Kinder. Das Entenland richtet sich an Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren.
 
Das „Entenland“ mit See, Spielplatz, Entenhaus, Labyrinth, Entenweg und Enten bildet den Rahmen für die zahlreichen Entdeckungen. Es wird zum vertrauten Raum, der die Lernfelder begleitet und die Erfahrungen der Kinder strukturiert. Die klare und überschaubare räumliche Ordnung unterstützt das Gedächtnis und fördert damit ein nachhaltiges Lernen.
 
Es ist in zwei Teile gegliedert: Entenland 1 und das Entenland 2.
Entenland 1 umfasst die Lernfelder 1,2 und 3:
Lernfeld 1: Farben und innen/außen (Sortieren und Orientieren im Raum)
Lernfeld 2: Ebene Formen und ebene Formen in Kombination mit Farben   
                    (Sortieren)
Lernfeld 3: Zählen, Würfeln und Simultanerfassung (Sortieren und Ordnen)
 
Entenland 2 umfasst die Lernfelder 4,5 und 6
Lernfeld 4: Räumliche Figuren, Gewichte und oben/unten (Sortieren, Ordnen und
                    Orientierung im Raum)
Lernfeld 5: Höhen, Längen und vorne/hinten, rechts/links (Sortieren, Ordnen
                   Orientierung im Raum)
Lernfeld 6: Vorher/nachher und Jahreszeiten (Orientierung in der Zeit)
 
Für das Entenland 1 treffen sich die Kinder 15 mal für jeweils ca. 1 Stunde. Hierbei hat sich eine Gruppengröße von 8 Kindern bewährt.
 
Alle Lerneinheiten haben einen festen Ablauf:
  1. Begrüßung der Kinder und die Wiederholung des letzten Treffens
  2. Neues
  3. Spiel mit Bewegung
  4. Am See (Rätsel des Raben Ratemal oder eine neue Entengeschichte)
  5. Verabschiedung
 
Die Hauptdarsteller:
Das Entenkind erforscht mit Neugierde und Interesse die Welt.
Die Entenmutter und der Entenvater lassen ihr Kind eigene Erfahrungen sammeln, achten aber immer darauf, dass es ihm gut geht.
Der Fuchs sorgt für Spannung. Er versteckt manchmal Dinge oder bringt diese durcheinander.
Die Ente Oberschlau glaubt daran, dass sie alles besser kann und dabei passieren ihr immer wieder Fehler und sie braucht die Hilfe der Kinder.
Der Rabe Ratemal fliegt über Berg und Tal und will wissen, ob die Kinder klug sind und bringt deswegen Rätsel mit.
 
Neben den allgemeinen Zielen, die allen 6 Lernfeldern übergeordnet sind, verfolgt jedes Lernfeld seine speziellen Bildungsziele, die dazu beitragen, die individuellen Begabungen der Kinder zu wecken und zur Entfaltung zu bringen.
 
 
 
 
 
 
2. Zahlenland:
Mit unserem Projekt: „Komm mit ins Zahlenland“ knüpfen wir an die Neugierde, die Lernfreude und den Entdeckergeist der Kinder an und machen ihnen auf spielerische Weise den Zahlenraum von 1 bis 10 vertraut. Das Projekt lässt eine Fülle von Spielverläufen zu. Es gibt Geschichten, Lieder, Aktionen und originelle Spiele, die den Kindern zeigen, wie unglaublich spannend, lustig und interessant die Welt der Zahlen ist.
 
 
 
Das geheimnisvolle Zahlenland in das wir die Kinder entführen, besteht aus einer Zahlenstadt mit Zahlenhäusern, Zahlengärten und Zahlentürmen. In das Zahlenland gelangt man nur auf dem Zahlenweg. Jede Zahl wird durch eine Teppichplatte mit einer aufgemalten Ziffer dargestellt, die hintereinander zu einem Weg gelegt werden. Auf dem Zahlenweg geht es darum, den Kindern den Ordnungsaspekt der Zahlen vertraut zu machen. Im Zahlenland gibt es nun eine Zahlenstadt. In ihr wohnen die Zahlen. Jede Zahl besitzt einen eigenen Zahlengarten. Jeder Garten hat eine geometrische Form, die der Zahl entspricht:
Ø der Garten der 1 ist ein Kreis
Ø der der 2 ist eine Ellipse
Ø die 3 hat einen dreieckigen Garten
Ø die 4 ist quadratisch usw.
 
In den Zahlengärten stehen die Zahlenhäuser. Die „Fenster“ stellen die Anzahl bildlich dar. Kleine Fähnchen, auf welche die entsprechenden Ziffern aufgedruckt sind, sind die „Hausnummern“. Zu der Zahlenstadt gehören auch Zahlentürme. Es sind farblich gekennzeichnete Holzwürfel, die mit Hilfe eines Holz-Zylinders aufeinander gestapelt und dann gedreht werden können. Sie bieten eine Vielfalt an spielerischen Möglichkeiten der Zahlenerkundung.
 
 
 
Die Reise ins Zahlenland ist als Gesamtprojekt gestaltet. Natürlich können auch einzelne Elemente in den normalen Tagesablauf integriert werden.
 
Bei der Durchführung des Gesamtprojektes trifft sich eine feste Gruppe von 10 bis 15 Kindern einmal in der Woche zu einem bestimmten Termin. Der Aufbau der Zahlenstadt ist immer gleich, die „Wohnorte“ der einzelnen Zahlen bleiben im Gesamtaufbau stets in der gleichen Position. Zur Einstimmung in die Stunde singen wir immer das gleiche Lied.
 
Die Zahlenstadt wird immer als gesamte Einheit mit den Kindern aufgebaut. Jedes Kind ist für eine Zahl zuständig. Nur durch selbstständiges Tun und Ausprobieren ist ein langfristiger Lernerfolg möglich.
Jede Woche wird – natürlich der Reihe nach – eine Zahl als „Zahl der Woche“ in den Mittelpunkt gestellt. Dies geschieht mit Hilfe von Zahlengeschichten, Zahlenliedern, Spiele und andere Aktivitäten.
 
Eine in dieser Form durchgeführte Reise ins Zahlenland dauert in der Regel 50 bis 60 Minuten.
 
Mit diesem ganzheitlichen Ansatz gelingt es außerordentlich gut, Kindern im Vorschulalter die Welt der Zahlen näher zu bringen und ihnen die Grundlagen der Mathematik zu vermitteln – und das mit ganz viel Freude, Eifer und Erfolgserlebnissen!
 
  
3. „Mengen, zählen, Zahlen“ (MZZ):
Das Konzept MZZ hat zum Ziel, Kindern spielerisch den Sinn der Zahlen zu vermitteln, indem es die abstrakte Struktur der Zahlen und des Zahlenraumes für Kinder „greif- und sichtbar“ macht. In den spielerischen Übungen kommen Materialien (es gibt dazu eine Förderbox, die Sie sich gerne anschauen können) zum Einsatz, die die Struktur der Zahlen anschaulich darstellen und verdeutlichen. Um besonders schwache Kinder im Kindergarten zu fördern, sollte eine Gruppengröße von sechs Kindern auf keinen Fall überschritten werden. Für die Durchführung des Programms sind 24 halbstündige Sitzungen vorgesehen, die sich gegen Ende des Kindergartenjahres über einen Zeitraum von 8 Wochen (dreimal wöchentlich) erstrecken. Ein detaillierter Zeitplan, der präzise darstellt, welche Übung an welchem Tag durchzuführen ist, steht in der „Handreichung zur Durchführung der Förderung“. Die Übungen sind nach Plan und regelmäßig durchzuführen, von der Reihenfolge der dargestellten Übungen soll nicht abgewichen werden.