Aus dem Internetauftritt der Gemeinde Elsenfeld
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Am Weissen Leimen
 
 
 
Die Kirche von Eichelsbach wurde 1750 erbaut. Sie ist der heiligen Barbara geweiht. (Foto: Birgit Kuhn) 


Heute nicht mehr zugänglich, aber noch sichtbar, ist das ehemalige Kellerloch an der Kirche. Es war vor allem Schülern vorbehalten, hier einige Zeit beim Überdenken vollbrachter Missetaten zu verbringen. (Foto: Birgit Kuhn)

Von Kleinwallstadt über Hofstetten und Hausen bis nach Eichelsbach zieht sich ein Höhenzug der den Namen "Weißer Leimen" trägt. Dort findet sich ein heller Graulehm, der als verbindendes Element unserem Dreifach-Kulturrundweg den Namen verleiht.

Mit dem "Weißen Leimen" tritt eine Landschaft des Spessarts ins Rampenlicht, die bislang vor allem mit dem Namen des Klosters Himmelthal in Verbindung gesetzt wurde. Gerade hier jedoch hat der Mensch Spuren hinterlassen, die uns mehrere tausend Jahre in die Vergangenheit zurückführen. Bei Eichelsbach existierten steinzeitliche Siedlungen, deren Überreste auf einen gewaltigen Umfang schließen lassen. 


Der Blick von der Eichelsbacher Passhöhe, der weit bis an den Taunus reicht, war sicher mit eine Standortbedingung für die steinzeitliche Siedlung. (Foto: Winfried Müller)

Die auch im Mittelalter wesentlich stärker als heute ausgeprägte Besiedelung der Landschaft veranschaulichen eine Dorfwüstung und eine Burgruine. Darüber hinaus werden Elemente der Bodenkultivierung und -beschaffenheit vorgeführt: Die um achtzig Jahre alten Streuobstbäume beherbergen heute in Bayern einzigartige Steinkauzbestände. Am Plattenberg erwartet uns eine Pflanzenwelt, die auf einem, im Spessart raren, Kalkvorkommen basiert. Kunstinteressierte haben die Möglichkeit in der ehemaligen Kirche von Hausen sonntags ein Künstleratelier zu besichtigen.
 
Spessart-Projekt
 
Es ist Aufgabe des Archäologischen Spessart-Projekts, den Spessart in seiner naturräumlichen Ausdehnung wissenschaftlich zu erforschen, seine archäologischen Bodendenkmäler zu erfassen, auszuwerten und zu erschließen. Es soll das historische Selbstverständnis fördern und den Bewohnern wie Besuchern nahe bringen. Vor allem beschäftigt sich das das Archäologische Spessart-Projekt mit der Kulturlandschaft Spessart. Abseits der Klischees von Wald, Armut und Räubern erweist sich der Spessart als eine Landschaft, die schon seit der Jungsteinzeit vor fast 8.000 Jahren vom Menschen geprägt und geformt wurde. Menschliche Aktivitäten führten zu massiver Erosion, veränderten die Zusammensetzung der Vegetation und drängten den Wald zurück. Große Teile des Spessart waren zeitweise regelrecht entwaldet, die bewaldeten Flächen wurden intensiv genutzt und veränderten dabei ihr Aussehen dramatisch. In manchen Spessartorten herrschte im 18. und 19. Jahrhundert regelrechte Holznot. Die gezielte Wiederaufforstung seit der Mitte des 18. Jahrhunderts und der Rückgang der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert ließ den Spessart wieder zu einem weitgehend bewaldeten Gebiet werden. Dennoch haben sich viele Zeugnisse der Ausbeutung dieser Landschaft durch den Menschen erhalten, die es erlauben die Entwicklung der Landschaft durch die Jahrhunderte und Jahrtausende zu verfolgen. In enger Kooperation mit Universitäten und Forschungsinstituten erforscht das Archäologische Spessart-Projekt diese Spuren in der Landschaft und bemüht sich um eine Kulturgeschichte des Spessart. Es bemüht sich auch um die Darstellung dieser Ergebnisse durch Kulturwege, Folder, Publikationen, Ausstellungen und via Internet. 


Der Eichelsbacher Kaplan Nikolaus Faulstich verfasste im Jahre 1884 selbst den Bericht über die Weihe des Hochkreuzes im Kinzbachgrund. Darin heißt es, das Kruzifix sei 1881 von einem Unbekannten gestiftet, aber seinerzeit nicht geweiht worden. In einer feierlichen Einweihung geschah dies am 27. April 1884, wobei sich zwei Prozessionen dem Kreuz näherten: eine aus Hobbach und eine aus Eichelsbach. (Foto Birgit Kuhn)