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Der Weinbau in Rück - Geschichtliche Entwicklung
(Ambros Büttner)
 
Eine der ältesten Urkunden aus dem Jahre 1350 besagt, dass der Erzstift zu Mainz seinen Weinzehnt und Weinteil in dem Orte Rucke (Rück) an die Herren Wolferam und Conrade von Bickenbach und ihren Erben um 600 Pfund Heller in Frankfurter Währung verpfändet hat. Eine weitere Urkunde aus dem Jahre 1360 besagt, dass das Erzstift zu Mainz mit den Klosterinsassen des Cisterzienklosters Himmeltal Weinberge in Rucke gegen deren in Bischofsheim tauschte.

Auch bei allen Kriegen, ob bei den Bauern- oder den Schmalkaldischen Kriegen, die das Kloster Himmeltal stark zerstörten, war der Weinort Rucke eine willkommene Beute. Hatten die Bewohner nicht Zeit, die Weinfässer zu verstecken, so ließen sie einfach dieselbigen leerlaufen. Vor allem wird dies durch die Einquartierung russischer Truppen über Weihnachten und Neujahr 1813/14 berichtet, die nicht sonderlich über die leeren Fässer erfreut waren.
 
 
Aus alten Tagebüchern geht hervor, dass der Wein in jeder Form, also als Traube, Flasche oder Faßwein an die umliegenden Orte und mainabwärts bis über Aschaffenburg hinaus verkauft wurde. Aus Unterlagen der Vogtei Kleinwallstadt, zu der einst Rück gehörte, geht hervor, dass im Jahre 1808 "85 und 1/2 Stück Wein" geerntet wurden. Das Quantum verteilte sich wie folgt auf die Orte: Kleinwallstadt 12 Stück, Rück 28 Stück, Eichelsbach 1 Stück, Hausen 1 1/2 Stück, Leidersbach 1 Stück, Ebersbach 10 Stück, Soden 20 Stück und Sulzbach 12 Stück.
 
 
Rück und Soden hatten also in diesem Jahr die ergiebigste Ernte. Bedenkt man, dass von dieser Menge der Zehnt abgeführt werden musste, so wird wohl nicht jeder Tropfen erfasst worden sein. Die Kleinparzellierung der Weinbergsflächen ist mit dem alten Mainzer Erbteilrecht in Verbindung zu bringen.
Der Weinzehnt lag bis zum Ende der Feudalherrschaft, die sich bis zum Jahre 1855 hinzog, in den Händen des Grafen von Schönborn und des Klosters Himmeltal. Mächtige Kelteranlagen aus Eichenblöcken im Herrenhofhaus in Rück und Himmelthal waren einst ein Beweis für den hohen Stellenwert des Weinbaus, was durch Unterlagen sicher belegt ist.
 
 
Wasser macht weise, glücklich der Wein, drum trinket beides, um beides zu sein.