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Bürgerversammlung

In Elsenfeld findet einmal jährlich eine Bürgerversammlung, zu Informationszwecken der Bürger, statt.

Diese wird immer am Anfang des Jahres, mit Rückblick auf das vergangene Jahr, veranstaltet.

Nachlese zur Bürgerversammlung am 20.04.2026

Die Bürgerversammlung 2026 des Marktes Elsenfeld stand im Zeichen zahlreicher laufender und geplanter Investitionsprojekte sowie der angespannten finanziellen Rahmenbedingungen der kommenden Jahre. Bürgermeister und Verwaltung präsentierten einen umfassenden Überblick über wichtige Maßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Betreuung, Feuerwehr, Verkehr und Gemeinwesen. Zu den zentralen Projekten zählen die Generalsanierung der Haupt- und Rathausstraße, der Neubau der Kindertagesstätte in der Hauptstraße mit gleichzeitigem Umbau eines Fachwerkhauses zu einem Gemeinschaftshaus sowie die neue Museumsscheune in der Rathausstraße. Darüber hinaus wurde die Entwicklung des ehemaligen Shell-Areals vorgestellt. Weitere Schwerpunkte waren die Verkehrsanlage am Campus im Mühlweg, die barrierefreie Gestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds, sowie der Sachstand zum THW-Standort. Auch die Erweiterung der Kläranlage und der Neubau eines Feuerwehrhauses für die Freiwillige Feuerwehr Eichelsbach wurden erläutert. Ergänzend dazu investiert der Markt weiterhin in die Fahrzeugbeschaffung der Feuerwehren sowie in die Modernisierung der Schulen, darunter der Mozartschule und der Georg-Keimel-Mittelschule. Mit dem Bau einer Mensa für Schulen und Kindergärten sowie zahlreichen Maßnahmen im Bereich Kinderbetreuung, Jugend- und Seniorenarbeit soll zudem die soziale Infrastruktur gestärkt werden.

Im anschließenden Finanzbericht stellte Kämmerer Thorsten May die finanzielle Entwicklung des Haushaltsjahres 2025 sowie den Ausblick auf 2026 vor. Trotz umfangreicher Investitionen konnte die finanzielle Stabilität bislang gewahrt werden. Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert. Besonders belastend wirken sich die stark gestiegene Kreisumlage sowie rückläufige Gewerbesteuereinnahmen aus, wodurch dem Markt Elsenfeld jährlich rund 2,3 Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wurden hohe Investitionen in Infrastruktur und kommunale Einrichtungen umgesetzt oder begonnen. Die allgemeine Rücklage ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, während die Pro-Kopf-Verschuldung infolge notwendiger Kreditaufnahmen merklich angestiegen ist. Dennoch betonte die Verwaltung, dass alle Verbindlichkeiten weiterhin ordnungsgemäß bedient werden können und die finanzielle Handlungsfähigkeit grundsätzlich erhalten bleibt.

Für das Haushaltsjahr 2026 wird insgesamt eine stabile, aber sehr eingeschränkte Finanzlage erwartet. Größere neue Projekte seien unter den aktuellen Voraussetzungen kaum realisierbar. Künftig müsse stärker priorisiert und wirtschaftlicher geplant werden. Ziel sei es, laufende Defizite zu reduzieren, Einnahmen marktgerecht anzupassen und Investitionen verstärkt nach ihrer Wirtschaftlichkeit zu bewerten. Der Markt Elsenfeld könne weiterhin investieren, jedoch nicht mehr in dem Umfang und mit der Geschwindigkeit der vergangenen Jahre. Die Verwaltung sieht daher einen Wandel hin zu einer „normalen Haushaltswirtschaft“, in der Investitionen sorgfältiger priorisiert und finanzielle Spielräume langfristig gesichert werden müssen.

Abschließend wurde festgestellt, dass keine Bürgeranträge eingereicht wurden. Die Versammlung endete mit einer offenen Aussprache bei der die Bürgerinnen und Bürger die folgenden Anfragen stellten:

Herr Stehlik hatte zwei Fragen. Bei der ersten Frage ging es um das Feuerwehrhaus in Eichelsbach. Hier wollte er wissen, ob ein Bebauungsplan und die Möglichkeit einer Wohnbebauung bestehen. Ebenso erkundigte er sich nach der Fläche. Bürgermeister Hohmann antwortete, dass für das Feuerwehrhaus kein Bebauungsplan notwendig ist. Ebenso erklärte er, dass er die genaue Fläche nicht ad hoc nennen könnte. Er teilte auch mit, dass nicht das gesamte Grundstück für den Bau des Feuerwehrhauses benötigt werde. Für eine mögliche Wohnbebauung sei ein Bebauungsplan erforderlich, daher werde dies erst nach der Fertigstellung des Feuerwehrhauses angegangen. Hierzu gebe es jedoch noch keinen Beschluss und der Marktgemeinderat müsse dazu seine Zustimmung noch geben.

Für die zweite Frage ging Herr Stehlik auf seinen Antrag bezüglich des Rücker Friedhof aus dem Vorjahr ein. Auf dem Rücker Friedhof sei noch immer nichts geschehen und es ist nicht bekannt, dass an einem Konzept gearbeitet werde, bemängelte Herr Stehlik. Moderne Bestattungsvarianten wie Baumbestattungen seien in Rück aktuell nicht möglich, führte Herr Stehlik weiter aus. Er erkundigte sich über die weitere Vorgehensweise. Bürgermeister Hohmann teilte mit, dass in diesem Jahr die Wasserleitungen erneuert werden, da es hier einen Wasserrohrbruch gab. In diesem Zuge werden die betroffenen Wege ebenfalls erneuert. Bürgermeister Hohmann sicherte zudem zu, dass an der Aussegnungshalle eine Niveauangleichung stattfinden werde. Ebenfalls soll eine einfache Lösung für einen Sonnenschutz gefunden werden. Er verwies gleich darauf, dass kein Dach gebaut wird. Herr Stehlik erklärte eindringlich, dass ohne Planung und ohne Konzept keine sinnvolle Aufwertung des Friedhofs in Rück stattfinden kann. Es herrsche Einigkeit, dass kein Planungsbüro beauftragt werden soll, vielmehr solle aus der Verwaltung ein Konzept erstellt und dem Bauausschuss vorgelegt werden.

Frau Hartig verwies auf die Dringlichkeit einer Sanierung des Friedhofs in Rück. Sie war der Meinung, dass nicht alle Gräber immer verlängert werden sollten, damit auf Dauer wieder ein einheitliches Bild entsteht. Dies könne auch durch eine andere Einteilung von neuen Gräbern geschehen, teilte sie mit. Bürgermeister Hohmann ging auf die Thematik ein. Er erklärte, dass sich die Friedhofsverwaltung über die Notwendigkeit bewusst ist, jedoch gebe es auch Ruhefristen zu beachten. Ebenso sollte man Familien, welche seit vielen Jahren im Besitz des Grabplatzes sind die Verlängerung nicht verweigern. Die Bestattungskultur habe sich die letzten Jahre stark verändert. Die Verwaltung werde daran arbeiten, dass man den neuen Anforderungen gerecht wird.

Frau Klug ging ebenfalls auf das Thema Friedhof ein. Bei aufgelösten Gräbern stelle sich einigen Friedhofsbesuchern die Frage, wer früher in dem Grab gewesen war. Sie schlug daher vor, dass man nach der Grabauflösung ein Schild anbringt, wer in diesem Grab beerdigt war. Bürgermeister Hohmann bedankte sich für den Vorschlag und teilte mit, dass er dies mit der Friedhofsverwaltung besprechen werde.

Herrn Schuck wurde mitgeteilt, dass der Kindergarten Wunderland geschlossen werden soll und die Einrichtung in die Hauptstraße umziehe. Er verwies darauf, dass in der Hauptstraße kaum Parkmöglichkeiten bestehen. Bürgermeister Hohmann erläuterte, dass für das Kindergartenjahr 2026/2027 eine Krippengruppe im Kindergarten „Wunderland“ geschlossen wird, da die Kinderzahlen stark rückläufig sind. Der Übergangskindergarten „Unter der Linde“ wird daher in den Kindergarten „Wunderland“ eingegliedert. Ab 2027 soll der Kindergarten „Wunderland“ dann in die Hauptstraße umziehen. Das Gebäude des Kindergartens „Wunderland“ habe einen Sanierungsstau. Zudem müssten die Kinderzahlen weiter beobachtet werden. Sinken die Kinderzahlen weiter, muss über die weitere Verwendung des Kindergartens „Wunderland“ im Marktgemeinderat beraten und beschlossen werden. Herr Schuck wollte zudem wissen, ob eine Sanierung nicht günstiger als ein Neubau sei. Bürgermeister Hohmann teilte mit, dass man dies nicht in Zahlen ausdrücken kann. Zudem gibt es für eine Sanierung keine Förderung. Beim Neubau in der Hauptstraße erhält der Markt Elsenfeld jedoch Zuschüsse.

Weiter unten die statistischen Berichte der Vorjahre und die Präsentation der diesjährigen Bürgerversammlung zum Download:

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